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Klimaschutzkonzept

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Die Gemeinde Gangelt hat einen Antrag auf Gewährung einer Bundeszuwendung zur Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gestellt und einen entsprechenden Zuwendungsbescheid am 15.08.2011, Förderkennzeichen 03KS 2043, erhalten.
Im Rahmen des Projekts sollen sinnvolle Maßnahmen entwickelt und koordiniert werden, die kurz-, mittel- und langfristig den Primärenenergiebedarf der Gemeinde senken und CO 2 Emissionen einsparen.

Grundsätzlich soll durch das Klimaschutzkonzept eine Entscheidungshilfe für zukünftige Planungen zu Aktivitäten rund um den Klima- und Umweltschutz geschaffen werden. Durch das Klimaschutzkonzept erhält die Gemeinde genaue Kenntnisse über die derzeitigen und zukünftigen Energieflüsse und CO 2 Ausstöße. Ziel ist es unmittelbar nach Erstellung des Konzeptes mit der Umsetzung verschiedener Maßnahmen zu beginnen. Dabei werden die unterschiedlichen Interessen der Bürger, der Gewerbebetreibenden, der Verwaltung, des Energieversorgers und der Touristen berücksichtigt und abgewogen. Das Klimaschutzkonzept stellt dar, wie eine regelmäßige Zielüberprüfung geleistet werden kann und enthält ein Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit.

Nachfolgend eine Auflistung der herunterladbaren Dokumente zum Thema:

 

Die Erstellung des Klimaschutzkonzeptes für die Gemeinde Gangelt wird in folgende Arbeitschritte unterteilt:

1. Energie- und CO2-Bilanz

Es erfolgt eine differenzierte Betrachtung der unterschiedlichen Ortsteile und der jeweiligen kommunalen Sektoren (private Haushalte, Wirtschaft, öffentliche Einrichtungen, Verkehr). Die klimarelevanten Bereiche werden identifiziert. Die Bilanz wird so aufgebaut, dass eine regelmäßige Aktualisierung einfach zu bewerkstelligen ist, wodurch eine Basis zur Erfolgskontrolle geschaffen wird.
Zusätzlich wird ein Aktivitätsprofil der bereits durchgeführten Klimaschutzmaßnahmen in Gangelt erstellt.


2. Szenarienermittlung und Potenzialanalyse

In Zusammenarbeit mit der Kommune wird ein Referenzszenario für die Entwicklung des Energiebedarfs erstellt. Dazu wird die zu erwartende Einwohnerzahl, Industrie- und Gewerbeansiedlung sowie Verkehrsmenge festgelegt. Anschließend wird das Potenzial zur CO2-Minderung der Gemeinde Gangelt unter Voraussetzung einer optimalen Klimaschutzpolitik abgeschätzt. Hierbei werden folgende Bereiche betrachtet:
das Potenzial zur Reduktion des Energiebedarfs z.B. durch Sanierungen oder Änderung im Verkehrssektor
das Einsparpotenzial bei der Umwandlung von Energie, d.h. z.B. der Ausbau von Kraft-Wärme-Kopplung
das Potenzial durch konsequente Nutzung erneuerbarer Energien, wie Biomasse, Sonne und Wind.

Generell werden alle klimarelevanten Bereiche (kommunale Liegenschaften, Straßenbeleuchtung, private Haushalte und die Bereiche Gewerbe, Handel und Dienstleistungen, Industrie, Verkehr, Abwasser und Abfall) berücksichtigt.
Die Potenzialermittlung berücksichtigt kurz- und mittelfristig technisch und wirtschaftlich umsetzbare Maßnahmen, die die regionale Wertschöpfung verbessern. Die Konzepte werden sowohl für den kommunalen als auch den privaten und kommerziellen Bereich entwickelt. So entsteht ein Klimaschutzszenario, welches die Entwicklung der CO2-Emissionen und des Energieeinsatzes bei Umsetzung einer konsequenten Klimaschutzpolitik beschreibt. Durch Vergleich der Szenarien wird das Gesamtpotenzial zur CO2-Einsparung der Gemeinde Gangelt bestimmt. Dies dient der Festlegung konkreter Einsparziele durch die Kommune.

3. Akteursbeteiligung

Um später die im Klimaschutzkonzept dargestellten Maßnahmen erfolgreich umsetzen zu können, werden die verschiedenen Akteursgruppen der Gemeinde Gangelt mit in die Konzepterstellung eingebunden. Zu den einzubeziehenden Gruppen zählen insbesondere die Verwaltung, Energieversorger, Wasserwerk, Betreiber der Windräder, PV- und Biogas-Anlagen, Investoren, Wirtschaftförderungsgesellschaft Kreis Heinsberg, Entwicklungsgesellschaft Gangelt, Vereine sowie der Interessenverbände. Auch die vielen in Gangelt lebenden niederländischen Staatsbürger werden einbezogen.

4. Maßnahmenkatalog

Zum einen werden die bereits durchgeführten Klimaschutzmaßnahmen und deren Auswirkungen beschrieben. Anschließend erfolgt aufbauend auf den Ergebnissen der Potenzialanalyse und der Akteursbeteiligung die Entwicklung eines Katalogs von kurz- und mittelfristig umzusetzenden Maßnahmen zur Unterstützung des Klimaschutzes.

5. Controllingkonzept

Um langfristig die Entwicklung des Energiebedarfs sowie der CO2-Emissionen der Gemeinde Gangelt aufzuzeigen, wird ein Controllingkonzept erarbeitet. Es wird davon ausgegangen, dass die Zählerdaten des regionalen Energieversorgers sowie der Betreiber der Biogasanlagen auch zukünftig zur Verfügung stehen. Je nach Maßnahme werden weitere Daten zur Überprüfung der Wirksamkeit notwendig. Diese werden im Rahmen der Konzepterstellung benannt und der Investitionsbedarf für die notwendige Messtechnik beziffert. Es werden Anweisungen für die Datenauswertung, das Intervall der Auswertung sowie der zur Auswertung notwendige Personalbedarf erstellt.

6. Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit

Es werden verschiedene praktische Vorschläge für die Öffentlichkeitsarbeit entwickelt und deren zeitlicher Umfang, entstehende Kosten und Personalaufwand sowie die Anzahl der zu erreichenden Personen benannt.

Das Klimaschutzkonzept dient mit seinem Maßnahmekatalog als Entscheidungshilfe für zukünftige Aktivitäten bezüglich Klima – und Umweltschutz in der Gemeinde Gangelt. Eine unkoordinierte, ggf. konkurrierende und akzeptanzschädigende Weiterentwicklung des Einsatzes erneuerbarer Energieträger sowie die Umsetzung unwirtschaftlicher Maßnahmen zur Energiebedarfssenkung wird so vermieden. Maßnahmen zur Minimierung von Treibhausgasen können durch das Klimaschutzkonzept mit genügend Vorlaufzeit geplant werden, insbesondere hinsichtlich des Investitionsbedarfs ist das im kommunalen Haushalt von entscheidender Bedeutung zusammenfassend unterstützt das Klimaschutzkonzept der Gemeinde Gangelt die Umsetzung von sinnvollen Maßnahmen, um die im Energiekonzept der Bundesregierung beschriebenen Ziele zur Primärenenergieeinsparung und zur Erfüllung des Anteils erneuerbarer Energieträger zu erreichen.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) sowie der Projektträger Jülich fördern die Erstellung des Klimaschutzkonzeptes („KSI: Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes für die Gemeinde Gangelt“) unter dem Förderkennzeichen: 03 KS 2043 im Zeitraum vom 01.10.2011 bis zum 30.09.2012.

Auftragnehmer ist die FH Aachen, Campus Jülich, Institut NOWUM-Energy, Heinrich-Mußmann-Straße 1, 52428 Jülich (Fachbereich: Energietechnik, Ansprechpartner: Prof. Dr.- Ing. Isabel Kuperjans).